MITNETZ GAS treibt Modernisierung des Gasnetzes voran

16.05.2017

Investitionsvolumen 2017 beträgt 42 Millionen Euro

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH (MITNETZ GAS) modernisiert ihr Gasnetz. Neben der schrittweisen Digitalisierung der Ortsnetze hat der Verteilnetzbetreiber ein gemeinsames Leitsystem für Strom und Gas in der Netzleitstelle Taucha eingerichtet, arbeitet an der Einführung der neuen technischen Gasbrennwertbestimmung "Smart Sim" für das Gesamtnetz und bereitet Bau und Test einer Wasserstoff-Verteilnetzstruktur vor.

"Mit dem Voranschreiten der Energiewende und dem hohem Aufkommen an erneuerbaren Energien gerade in unserem Netzgebiet gewinnt die Frage nach der stärkeren Vernetzung der Energieformen, der Sektorkopplung, an Bedeutung. Voraussetzung dafür sind moderne, an die zukünftigen Herausforderungen angepasste Infrastrukturen auch im Gasnetz, an denen wir konsequent arbeiten", sagt Dr. Adolf Schweer, Geschäftsführer von MITNETZ GAS. "Ein Beispiel ist das gemeinsame Leitsystem in der Strom- und Gasleitstelle, das wir seit Mai im regulären Betrieb fahren. Auf diese Weise wappnen wir uns gegen mögliche Viren- und Cyberangriffe."

Ausweitung der technischen Brennwertbestimmung "Smart Sim"

Der Verteilnetzbetreiber arbeitet daran, mit dem neuen Modell der technischen Gasbrennwertbestimmung im Netz "Smart Sim" den Erdgasbrennwert im gesamten Netzgebiet rechnerisch zu ermitteln. Der Brennwert bezeichnet die Energiemenge, die bei der Verbrennung von Erdgas freigesetzt wird. Bisher war bei der Biogaseinspeisung die Beimischung von Flüssiggas notwendig, um im Netz einen einheitlichen Erdgasbrennwert zu erhalten. Das Programm "Smart Sim" kann den Brennwert stattdessen individuell rechnerisch ermitteln und für die Abrechnung der Kunden nutzen. Das Modell läuft bereits im Rau Oschatz-Leisnig-Waldheim und soll ab 2018 im gesamten Netzgebiet zum Einsatz kommen.

Test einer Wasserstoff-Netzinfrastruktur

MITNETZ GAS beteiligt sich als Mitglied im HYPOS e.V. am Test der wirtschaftlichen Energieumwandlung, -speicherung und des Energietransports mittels Wasserstoff. Dem Verteilnetzbetreiber obliegt dabei die Entwicklung und Errichtung einer Wasserstoffnetzes für Endverbraucher inklusive Monitoring und Test neuer Materialien und Verlegetechniken. Dieses "Wasserstoffdorf" wird im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen realisiert. Der Start des Projektes ist in der zweiten Hälfte 2017 geplant.

Digitalisierung der Ortsnetze

MITNETZ GAS hat derzeit 30 Ortsnetzstationen mit modernen Datenloggern für die Fernabfrage von Netzdaten ausgerüstet. Die neuen Geräte ermöglichen den Direktzugriff auf Werte wie Gasdruck, Mengenfluss und Temperatur, erlauben die Statuskontrolle in den jeweiligen Ortsnetzen und melden Probleme direkt an die Leitstelle in Taucha. Ziel ist es, die sichere Netzführung für MITNETZ GAS zu verbessern. Derzeit läuft der Test der neuen Technik, bevor weitere 90 Ortsnetze umgerüstet werden.

Baugeschehen 2017 

Neben den Modernisierungsvorhaben plant MITNETZ GAS auch wieder umfangreiche Baumaßnahmen. Insgesamt umfasst das Bauvolumen von MITNETZ GAS in diesem Jahr 42 Millionen Euro für die Erneuerung, Erweiterung, Instandhaltung und den Betrieb des Gasnetzes (2016: 46 Millionen Euro). Auf das Netz in Sachsen entfallen davon 18,3 Millionen Euro, auf Sachsen-Anhalt 22,9 Millionen Euro, auf Thüringen 0,9 Millionen Euro und auf Brandenburg 0,2 Millionen Euro. Fast 70 Prozent der Gesamtsumme sind für die Leitungserneuerung und die Netzerweiterung vorgesehen.

Wichtigsten Baumaßnahmen in Sachsen

  • Erneuerung einer Hochdruckleitung von 23 Kilometern Länge im Raum Torgau zwischen Neu Körbin und Zinna (Gesamtbudget rund 7,1 Millionen Euro)
  • Erneuerung einer Hochdruckleitung von 8 Kilometern Länge zwischen Leisnig und Zävertitz (Gesamtbudget rund 2,4 Millionen Euro)
  • Erneuerung einer Hochdruckleitung von rund 13 Kilometern Länge zwischen Bubendorf und Lobstädt (Gesamtbudget rund 6 Millionen Euro)
  • Netzanschluss des Baustoffwerkes Löbnitz mit Verlegung von rund 5,8 Kilometern Hochdruckleitung und Errichtung einer Gasdruckregelanlage (Gesamtvolumen rund 1,5 Millionen Euro)
  • Netzanschluss der Biogasanlage Trebsen mit Bau einer Einspeiseanlage und rund 60 Metern Hochdruckleitung (Gesamtvolumen rund 3,6 Millionen Euro)

Wichtigsten Baumaßnahmen in Sachsen-Anhalt

  • Erneuerung von insgesamt rund 55 Kilometern Hochdruckleitung im Landkreis Wittenberg (Gesamtbudget rund 20 Millionen Euro) - Weiterbau zwischen Coswig, Oranienbaum/Dessau, Gräfenhainichen und Bad Schmiedeberg
  • Erneuerung von rund 16 Kilometern Hochdruckleitung zwischen Eisleben und Teutschenthal (Gesamtbudget rund 5,5 Millionen Euro)
  • Erneuerung einer Hochdruckleitung von rund 17,4 Kilometern Länge zwischen Röblingen und Querfurt (Gesamtbudget rund 6,2 Millionen Euro)
  • Errichtung einer zweiten Einspeisemöglichkeit in einem Gewerbegebiet in Landsberg (Gesamtbudget rund 190.000 Euro)

Wichtigsten Baumaßnahmen in Thüringen

  • Neuanschluss des Heizhauses einer Kaserne in Bad Frankenhausen (Gesamtbudget rund 200.000 Euro)
  • Netzverdichtung und Einführung einer einheitlichen Druckstufe in Bad Frankenhausen (Gesamtbudget rund 500.000 Euro) in den nächsten Jahren

In Brandenburg nimmt MITNETZ GAS verschiedene Maßnahmen zur Netzerweiterung und -verdichtung vor. Im Netzgebiet Herzberg betrifft dies die Orte Borken, Grochwitz und Frauenhorst, im Netzgebiet Schönewalde die Orte Bernsdorf, Brandis und Grassau sowie Holzdorf. Das geplante Bauvolumen beträgt rund 200.000 Euro.

Hintergrund

Die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas mbH (MITNETZ GAS) mit Sitz in Kabelsketal ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der MITGAS Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH (MITGAS). Als Verteilnetzbetreiber ist MITNETZ GAS für Planung, Betrieb und Vermarktung der gepachteten Netze verantwortlich. Die Gasnetze haben eine Gesamtlänge von rund 7.000 Kilometern und erstrecken sich über Teile der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.

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